Die Praxis
KI anwenden
Der Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem brauchbaren Ergebnis liegt fast nie am Werkzeug. Er liegt daran, wie man die Aufgabe stellt.
Die meisten Menschen tippen eine Frage und nehmen, was kommt. Das ist, als würde man einem neuen Kollegen „Mach mal was mit dem Kunden“ zurufen und sich dann über das Ergebnis wundern.
Kontext ist der größte Hebel
Die einfachste Faustregel für die richtige Menge: Schreib so viel, wie du einem neuen Kollegen sagen würdest, der die Aufgabe für dich übernimmt. Nicht mehr, nicht weniger.
Typische Angaben, die viel bewirken: Was du schon probiert hast und warum es nicht funktioniert hat. Randbedingungen – Budget, Zeit, Beteiligte. Die Beziehung zu den Beteiligten. Was du befürchtest.
Eine Struktur, die fast immer trägt
- Aufgabe – was soll entstehen?
- Situation – was ist der Hintergrund?
- Ziel – was soll danach passieren?
- Empfänger – für wen ist das, was weiß die Person schon?
- Form – Länge, Aufbau, Reihenfolge.
- Nicht – was ausdrücklich nicht vorkommen soll.
Besonders die letzte Zeile wird unterschätzt. Verbote wirken stärker als Wünsche. „Keine Floskeln, keine Aufzählung, kein zusammenfassender Schlusssatz“ verändert ein Ergebnis mehr als drei zusätzliche Adjektive im Auftrag.
Drei Runden statt einer
Die erste Antwort ist ein Entwurf, kein Ergebnis. Wer nach der ersten Runde aufhört, bekommt Durchschnitt – und zwar zuverlässig. Der Gewinn liegt in der zweiten und dritten Runde, in der man sagt, was konkret nicht stimmt.
Nützlich ist dabei, die Gefälligkeit abzuschalten: „Sei streng. Nenne die fünf größten Schwächen mit Textstelle und Begründung. Kein Lob.“
Stil und Wissensbasis
Wer regelmäßig mit KI schreibt, sollte zwei Dinge einmal anlegen und danach immer mitgeben: ein Stilprofil – als Anweisungsliste, nicht als Beschreibung – und eine kurze Wissensbasis über sich, die Arbeit und die Zielgruppe. Zusammen etwa eine Stunde Arbeit. Sie verändert jedes weitere Gespräch.
Fünf beherrschte Anwendungsfälle schlagen fünfzig ausprobierte.
Die Frage ist nicht, was du alles kannst, sondern was du tatsächlich täglich benutzt.
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Welches Werkzeug wofür taugt, steht unter KI-Tools. Die Grundlagen dahinter unter KI verstehen.