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Was du einer KI besser nicht erzählst

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3 Minuten Lesezeit

Die häufigste Datenschutzfrage bei KI lautet: Darf ich das überhaupt? Die nützlichere Frage lautet: Was passiert mit dem, was ich eintippe – und was davon möchte ich zurückhaben können?

Der Text verlässt dein Gerät. Immer.

Wenn du ChatGPT, Claude oder Gemini im Browser oder in der App benutzt, läuft das Modell nicht auf deinem Rechner. Dein Text wird an einen Server geschickt, dort verarbeitet und die Antwort zurückgeschickt. Das ist keine Schwäche dieser Dienste, sondern ihre Funktionsweise. Es heißt aber: Alles, was du eintippst, hast du aus der Hand gegeben.

Zurückholen lässt sich das nur begrenzt. Du kannst einen Chat löschen. Ob damit auch jede Kopie in jedem Protokoll und jedem Sicherungsband verschwindet, kannst du nicht überprüfen. Die einzige Angabe, die du wirklich kontrollierst, ist die, die du gar nicht erst machst.

Die Einstellung, die kaum jemand kennt

Bei privaten Konten ist es bei OpenAI standardmäßig eingeschaltet, dass deine Unterhaltungen zur Verbesserung der Modelle verwendet werden dürfen. Du kannst es abschalten: unter Profil → Einstellungen → Datenkontrollen → Das Modell für alle verbessern. Bei den Geschäfts-, Enterprise- und Bildungstarifen findet dieses Training laut Anbieter standardmäßig nicht statt.

Bei den anderen Anbietern heißt die Einstellung anders und liegt an anderer Stelle, das Prinzip ist dasselbe. Nimm dir einmal zehn Minuten und sieh in den Einstellungen deines Anbieters nach. Es ist die wirkungsvollste Viertelstunde, die du beim Thema KI und Datenschutz investieren kannst.

Stand

Diese Angaben beziehen sich auf den Stand vom 24. August 2026. Anbieter ändern solche Voreinstellungen regelmäßig. Prüf die Einstellung deshalb einmal im Jahr nach, statt dich auf einen Artikel zu verlassen – auch auf diesen nicht.

Was nicht in ein Eingabefeld gehört

  • Personenbezogene Daten anderer Menschen – Namen zusammen mit Adresse, Geburtsdatum, Kontonummer, Krankheit, Gehalt. Für die Daten deiner Kundinnen und Mitarbeiter bist du verantwortlich, nicht der Anbieter.
  • Zugangsdaten – Passwörter, API-Schlüssel, Wiederherstellungscodes. Auch nicht „nur kurz zum Prüfen des Formats“.
  • Unveröffentlichte Geschäftsinterna – Kalkulationen, Angebotspreise vor der Abgabe, Vertragsentwürfe, Kündigungsschreiben mit Namen.
  • Fremde Dokumente unter Verschwiegenheitspflicht – alles, wozu du eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben hast.
  • Gesundheitsdaten, eigene wie fremde. Sie gehören zu den besonders geschützten Kategorien und haben in einem Chatfenster nichts verloren.

Der Trick, der fast immer funktioniert: anonymisieren

Die meisten Aufgaben brauchen die echten Namen gar nicht. Statt „Schreib eine Mahnung an Frau Schulze, Rechnung 2026-114 über 1.480 Euro, fällig seit dem 3. Juli“ schreibst du: „Schreib eine zweite Mahnung. Platzhalter: [Name], [Rechnungsnummer], [Betrag], [Fälligkeitsdatum]. Ton: bestimmt, aber noch nicht anwaltlich.“

Das Ergebnis ist genauso gut, oft besser – weil du eine Vorlage bekommst statt eines Einzelstücks. Die echten Angaben setzt du danach in deinem Textprogramm ein. Dort, wo sie ohnehin schon liegen.

Wenn du beruflich damit arbeitest

Sobald du KI im Unternehmen einsetzt und dabei personenbezogene Daten verarbeitest, brauchst du mehr als guten Willen: einen Vertrag über die Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter, einen Eintrag im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und eine klare interne Regel, wer was eingeben darf. Die großen Anbieter stellen für ihre Geschäftstarife entsprechende Verträge bereit.

Keine Rechtsberatung

Dieser Text ist eine praktische Orientierung, keine juristische Beratung. Wenn du regelmäßig mit sensiblen Daten arbeitest, lass deine konkrete Konstellation einmal fachkundig ansehen. Das ist billiger als der Fall, der dich sonst trifft.


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